Die 4 wichtigsten Brotgewürze

Paneologie Brot ist eine Wissenschaft

Mit den richtigen Brotgewürzen Fenchel, Anis, Koriander und Kümmel kann man viel bewirken! Wer liebt ihn nicht, diesen Duft nach frisch gebackenem Brot aus der Backstube? So wohlig, und warm, und schmeichelnd, und süßlich, und... Einfach herrlich! Ein Brotgewürz selber machen geht ganz leicht! Und wir klären, macht ein Brotgewürze ein Brot gesund?

Die Klassiker unter den Brotgewürzen

Neben der Hefe und dem Backvorgang sind die Brotgewürze verantwortlich für den tollen Geruch und Geschmack von frischem Brot und Gebäck

Wenn man zurück denkt, bestand früher Brot meist nur aus Mehl, Wasser und Salz. Durch Zufall wurde der Sauerteig entdeckt, wahrscheinlich, weil man eine Schale Getreidebrei am Feuer vergaß. Erst später wurde mit Brotgewürzen experimentiert und es entwickelten sich im Laufe der Zeit regional unterschiedliche Gewürzvarianten. Haubis verwendet 100 % Getreide und Mehl aus Österreich.

Auch in Österreich können wir von Klassikern der Brotgewürze sprechen. Das sind nämlich Kümmel, Fenchel, Anis und Koriander. Das Mischverhältnis sowie weitere Zutaten sind natürlich Geheimnis des Bäckers, aber diese Kombination kennen wir und sorgt für einen vertrauten, würzigen und frischen Geruch und Geschmack.

Kümmelkörner

Das Brotgewürz Kümmel

Kümmel wird hauptsächlich in Vorderasien und im Mittelmeerraum kultiviert und ist eines der ältesten Gewürze in der Familie der Doldenblütler. Bei Ausgrabungen von Pfahlbauten, die ungefähr 3000 v. Chr. entstanden, wurden bereits Kümmelsamen gefunden. In einem Kochbuch aus dem 3. Jahrhundert n. Chr. wurde Kümmel bereits als Zutat erwähnt. Kümmel hat einen hohen Anteil an ätherischen Ölen und ist stark aromatisch.

Wie schmeckt und wirkt Kümmel im Brot

Kümmel schmeckt warm-würzig, süßlich-harmonisch und leicht scharf. Er wirkt lindernd bei Koliken und Bauchschmerzen.

Fenchelkörner

Das Brotgewürz Fenchel

Auch der Fenchel gehört zur Familie der Doldenblütler und ist eine ursprünglich mediterrane Pflanze. In der Küche wird die gesamte Pflanze verwendet. Von der Frucht, über die Wurzeln und Blätter bis hin zum Samen. Zum Würzen von Brot werden aber die Samen verwendet. Die Fenchelsamen enthalten eine große Vielfalt an ätherischen Ölen und sind mit Anis vergleichbar. 

Wie schmeckt und wirkt Fenchel im Brot?

Fenchel schmeckt süßlich, mild und weicher als Anis. Dieses Brotgewürz wirkt lindernd bei Magen- und Darmbeschwerden.

Aniskörner

Das Brotgewürz Anis

Wie Kümmel und Fenchel gehört auch Anis zur Familie der Doldenblütler und wird als Gewürz- und Heilpflanze verwendet. Hauptsächlich kommt Anis als Zusatz für Spirituosen wie Sambucca, Ouzo oder Absinth zum Einsatz. In der westlichen Küche spielt Anis bei Brot und Backwaren eine tragende Rolle. Anis wirkt ebenfalls verdauungsfördernd und wird aufgrund seiner ätherischen Öle auch als Heilmittel gegen Husten eingesetzt.

Wie schmeckt und wirkt Anis?

Anis schmeckt süßlich, fein würzig und zart nach Lakritze. Es wirkt schleimlösend und verdauungsanregend.

Das Brotgewürz Koriander

Der Koriander macht das Quartett komplett. Auch dieser trägt zu Gesundheit und Wohlbefinden bei und kommt aus der Familie der Doldenblütler. Vermutet wird, dass die Pflanze ursprünglich aus dem Mittelmeerraum kommt. Der dem Koriander sehr ähnliche Hohlsamen unterscheidet sich durch zweikugelige Früchte. Zur Würzung des Brotteiges werden die gemahlenen Samen verwendet.

Wie schmeckt und wirkt Koriander?

Koriander schmeckt mild-aromatisch, süßlich, blumig und holzig. Es wirkt unterstützend für die Galle und Bauchspeicheldrüse.

Vorteile von Brotgewürzen

All diese Brotgewürze wirken verdauungsfördernd, appetitanregend und beruhigend. Wohl mit ein Grund dafür, dass Brot so bekömmlich und gesund ist. 

Heute sorgen noch viele andere Gewürzmischungen und Zutaten für Abwechslung im Brotkorb. Habt ihr schon einmal folgende Brotgewürze gekostet:

  • Gewürznelken
  • Sternanis
  • Chili
  • Kardamom
  • Pfeffer
  • Zimt
  • Bockshornklee
  • Schabziger Klee

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Klassisches Brotgewürz selber machen

Mit diesem Brotgewürz-Rezept sorgen Sie bei Ihrem Brot für die richtige Würze! Brotgewürze machen das Brot schmackhaft und bekömmlich und helfen die Extraportion Salz für den besseren Geschmack wegzulassen! Denn oftmals nehmen wir Menschen mehr als die empfohlene Tagesmenge von fünf bis sechs Gramm Salz zu uns. In einen Brotteig gehören ca. eineinhalb bis zwei Prozent Salz, gemessen am Mehlanteil. Das Salz ist besonders wichtig für die Stabilität im Teig. Zu viel des Guten kann sich negativ auf unser Herz-Kreislaufsystem oder unsere Gefäße auswirken.

Die richtige Mischung an selbstgemachten Brotgewürzen verleiht dem eigenen Brotteig (am besten mit Natursauerteig!) das perfekte Aroma!

Grundrezept für Brotgewürze

In ein typisch österreichisches Brot gehören die vier klassischen Brotgewürze. Natürlich kann man diese auch vom Anteil verändern – denn es soll ja bekanntlich Menschen geben, die Kümmel nicht so lieben wie wir!

Hier geht es zum Rezept "Vom Natursauerteig zum fertigen Roggenbrot"

 

Grundrezept für Brotgewürz

Für 500g Roggenbrot mit Natursauerteig
1/2 TL Koriander
1/2 TL Sternanis oder Anis aus der Region
1/2 TL Kümmel
1/2 TL Fenchel

Brotgewürz für Kartoffelbrot

Für 500g Kartoffelbrot
1/4 TL Rosmarin
1/4 TL Thymian
1/4 TL Basilikum
Etwas Muskat

Besondere Brotgewürzmischung auf Vorrat

Für ein Brot einfach ein bis zwei Teelöffel auf 500g Brotteig dazu mischen
2 EL Fenchel
2 EL Sternanis oder Anis aus der Region
1 EL Bockshornklee
1 EL Schabziger Klee
1 TL Schwarzer Pfeffer
1/2 TL Kardamom
1/2 TL Zimt
5 Stück Gewürznelken

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